Hund kratzt sich ständig: Liegt es am Futter?
Es ist ein Bild, das Hundebesitzer zur Verzweiflung bringt: Der Hund sitzt da und kratzt sich unaufhörlich an den Ohren, schleckt sich minutenlang die Pfoten oder knabbert hektisch an den Flanken. Juckreiz (Pruritus) ist für Hunde extrem quälend und raubt oft der ganzen Familie den Schlaf.
Doch woran liegt es? Neben Parasiten wie Flöhen oder Milben und Umweltallergien (Pollen, Hausstaubmilben) ist eine Futtermittelallergie eine der häufigsten Ursachen für anhaltenden Juckreiz bei Hunden.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du eine futterbedingte Allergie erkennst, welche Symptome typisch sind und wie du deinem Hund dauerhaft helfen kannst.
Futtermittelallergie vs. Futtermittelunverträglichkeit
Zunächst ist es wichtig, zwischen zwei Begriffen zu unterscheiden:
- Futtermittelallergie: Hier reagiert das Immunsystem des Hundes überempfindlich auf ein bestimmtes Protein im Futter (z. B. Rind, Huhn oder Weizen). Der Körper sieht das Protein fälschlicherweise als Gefahr an und bekämpft es, was zu Entzündungen und Juckreiz führt. Schon kleinste Mengen des Allergens lösen Symptome aus.
- Futtermittelunverträglichkeit (Intoleranz): Das Immunsystem ist hierbei nicht beteiligt. Der Körper kann bestimmte Inhaltsstoffe einfach nicht richtig verdauen – ähnlich wie bei einer Laktoseintoleranz beim Menschen. Symptome sind meist rein verdauungsbedingt (Durchfall, Blähungen) und treten oft erst bei größeren Mengen auf.
Typische Symptome einer Futtermittelallergie beim Hund
Im Gegensatz zu Menschen, die bei Allergien oft niesen oder tränende Augen bekommen, äußert sich eine Allergie beim Hund fast immer über die Haut und die Ohren:
- Anhaltender Juckreiz: Besonders betroffen sind die Ohren, die Pfoten (Zwischenzehenbereich), die Achseln, der Bauch und der Bereich rund um den After.
- Rote, entzündete Pfoten: Der Hund leckt oder knabbert intensiv an seinen Pfoten. Der Speichel färbt das Fell oft rötlich-braun.
- Ohrenentzündungen (Otitis): Wiederkehrende, einseitige oder beidseitige Entzündungen der Gehörgänge, oft begleitet von dunklem, unangenehm riechendem Ohrenschmalz.
- Hautveränderungen: Rötungen, Pusteln, Haarausfall (Alopezie) oder Schuppenbildung durch das ständige Kratzen. Sekundärinfektionen mit Hefepilzen oder Bakterien können hinzukommen.
- Verdauungsprobleme: Bei etwa 10-15 % der Allergiker treten auch Durchfall, häufiger Stuhlgang (mehr als 3-mal täglich), Erbrechen oder laute Bauchgeräusche auf.
Die häufigsten Allergie-Auslöser im Hundefutter
Entgegen der landläufigen Meinung sind es selten künstliche Konservierungsstoffe, sondern fast immer die Proteine (Eiweiße) im Futter, die Allergien auslösen. Zu den häufigsten Allergenen beim Hund gehören:
- Rindfleisch (der häufigste Auslöser)
- Milchprodukte
- Hühnerfleisch
- Weizen & Gluten
- Hühnereier
- Sojaprodukte
Da diese Zutaten billig sind, stecken sie in fast allen kommerziellen Hundefuttersorten – oft auch versteckt unter Begriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse“.
Schritt-für-Schritt-Plan: So hilfst du deinem Hund
Wenn sich dein Hund ständig kratzt, solltest du systematisch vorgehen:
Schritt 1: Tierarztbesuch & Parasiten ausschließen
Lass deinen Hund tierärztlich untersuchen. Parasiten (Flöhe, Milben) müssen zweifelsfrei ausgeschlossen und akute Hautentzündungen oder Ohrenschmerzen medizinisch behandelt werden.
Schritt 2: Ausschlussdiät starten
Der einzig verlässliche Weg, eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren, ist eine Ausschlussdiät (Eliminationsdiät) über mindestens 6 bis 8 Wochen. Bluttests auf Futtermittelallergien beim Hund gelten in der Wissenschaft als unzuverlässig und führen oft zu falschen Ergebnissen.
- Füttere eine Proteinquelle (z. B. Pferd, Känguru, Ziege oder Insekten) und eine Kohlenhydratquelle (z. B. Süßkartoffel oder Pastinake), die dein Hund noch nie gefressen hat.
- Gib in dieser Zeit absolut keine Leckerlis, Kauknochen oder Tischreste anderer Sorten.
Schritt 3: Provokationstest
Lässt der Juckreiz nach einigen Wochen nach, fütterst du testweise wieder eine alte Zutat (z. B. Rind). Tritt der Juckreiz innerhalb weniger Tage wieder auf, hast du den Auslöser zweifelsfrei identifiziert.
Fazit & wie PawNutrition helfen kann
Juckreiz durch Futterallergien lässt sich hervorragend behandeln – indem man den Auslöser konsequent meidet. Das erfordert im Alltag jedoch viel Aufmerksamkeit beim Futterkauf.
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